My Magic SB Ridin´The Storm

Rubber Duck - Ducky

Hier wollen wir euch eine Weile mitnehmen auf den Ausbildungsweg des kleinen Rubber Duck, oder auch Ducky. 
Ich werde versuchen von Woche zu Woche Videos zu machen und zu erklären, wie wir Welpen ausbilden und erziehen, damit sie zu tollen Begleitern und Sportlern heran wachsen.

1.-8. Woche

Ducky ist am 19.01.26 zur Welt gekommen. Mama Smile ( MM Rock The Devil) und Papa Power ( MM Heart Of The Hurricane) haben 5 tolle bluemerle Jungs ins Leben gezaubert.
Ducky war anfangs unser kleiner "Mr Türkis" dank seines Farbbändchens.

Alle kamen relativ leicht zur Welt, doch mit 8 Wochen war Ducky der kleinste Zwerg, während Natcho zu einem stattlichen Welpen herangewachsen war.

Wie alle unsere Welpen durchlief auch Ducky das ENS und ESI Program vom 2. Tag an. Dazu kamen
umfangreiche Prägung und Stimulation. HIER könnt ihr mehr darüber erfahren.
Ducky war der frechste, mutigste und furchtloseste Welpe im Wurf. Immer bereit, Blödsinn zu machen und sich ab und an auch schon mal in Gefahr zu bringen...

 

Mit 8 Wochen waren fast alle Geschwister ausgezogen. Für Ducky beginnt damit das zunehmende Einzeltraining. Bis zur 10. Woche verbrachte er viel Zeit mit Bruder Natcho, der erst etwas später ausziehen dürfte.

 

Nun ist es Zeit für einen "richtigen" Namen. 

Aus Mr. Türkies wurde

My Magic SB Ridin´The Storm

aka

Rubber Duck 

Den Rufnamen "Rubber Duck" oder "Ducky" hat er erhalten, da er ebenso wild und ungebremst unterwegs ist wie Kris Kristoffersen in dem Road-Movie "Convoy" von 1978. Sein Rufname ist dort "Rubber Duck".

 

10. Woche 

Ab der 10. Woche gehts ab ins Bootcamp. Nun muss er lernen allein ohne Mama schlafen, bei mir im Schlafzimmer.
Er lernt dank Herzschlag-Kuscheltier ( einem Stofftier mit einem Gerät innen, dass Herzschläge simmuliert) sehr schnell, Nachts ruhig und enspannt durch zu schlafen. 
Tagsüber trainieren wir weiter Benehmen im Haus und Stubenreinheit.
Dazu kommen jetzt die ersten kleinen Übungen:

  • Impulskontrolle 
    warten bis mit dem Kommando "Iss" das Leckerchen freigegeben wird

  • Target
    Die Pappbox als Vorbereitung fürs Target. Übers Shapen lernt er durch Ausprobieren, was ihm ein Leckerchen einbringt.
  • Spielaufbau und Bindungsaufbau durch Zerrgeln
    Er lernt, das man mit Menschen viel Spass haben kann. Die Freude am gemeinsamen Spiel führt zu einem natürlichen Bindungsaufbau. Das Spielzeug stellt später eine hervorragende Belohnung im Training dar.
  • Spielzeug als Focus und Zugpunkt
    Er lernt, etwas Druck aus zu halten und Zug zum Spielzeug zu entwickeln
  • Futterautomat
    Er lernt den Futterautomaten als Alternative zum Spielzeug als Belohnung kennen. Viele Hunde finden Anfangs das Geräusch gruselig. doch Ducky hat mit Hilfe der anderen Hunde schnell gelernt, was es für ein tolles Teil ist und das Leckerchen rauskommen, wenn es komische Geräusche macht.
  • Hand-Touch und Richtungskommandos
    Er lernt die Anfänge der Richtungskommandos, in dem er lernt sich rechtsrum und linksrum zu drehen.
  • Balance & Selbstbewußtsein
    Wir führen die Übungen aus unserer Welpenzeit fort und geben ihm Gelegenheit, sich über viele wippende und wackelnde Untergründe zu bewegen

11. Woche

Auf dem Program steht

  • An der Leine laufen
  • Aufbau Rückruf
  • Autofahren
  • Sozialisieren und fremde Umgebungen

Die 11. Woche beginnt mit einem wichtigem Lernschritt  für den kleinen Mini Aussie: dem Folgen an der Leine.

Das Konzept "Leine" ist für einen Welpen nicht selbsterklärend. Er lernt Schritt für Schritt, dem Druck und der Begrenzung nachzugeben. Jeder Bewegung in die richtige Richtung wird belohnt und gelobt.
Anfangs nutze ich ein Geschirr, stelle die Welpen aber schnell auf Halsband und Leine um. Ein Geschirr benutze ich nur dort, wo später gezogen werden soll.
Wir machen weiter mit Balanceübungen, dem Kisten-Target und ich lege viel Wert auf einen guten Rückruf.
Ducky läuft zu 90% frei und ohne Leine. Er wird bei jedem Rückruf belohnt und bekommt ein Goodie.
Wir nutzen jede Möglichkeit zum Sozialisieren mit Menschen, Hunden und Situationen.
So hat er Dasha und ihre Familie an einem Tag auf das Turnier nach Wolfsburg begleitet und dürfte dort alles kennenlernen und erkunden.
Zuhause üben wir jetzt auch zunehmend das Akzeptieren von Grenzen bzw Abgrenzungen. Er kann nicht mehr immer überall dabei sein und lernt, mit den anderen zu warten. Es fällt ihm schwer, aber gelingt zunehmend ohne meckern und Schimpfen.
Auch versuche ich ihn so oft wie möglich im Auto mitzunehmen, zunächst noch auf dem Beifahrersitz, da den Hunden dort erfahrungsgemäß seltener übel wird.
Ich bereite schon jetzt das freie Stehen auf dem kleinen Podest vor. Es ist die Vorübung für ein späteres freies Stehen auf dem Tisch, sei es zum Bürsten und Pflegen, beim Tierarzt oder auch beim Einmessen. Er soll lernen, jederzeit frei und entspannt zu stehen.
Nachts schläft er bereits seit der 10. Woche durch. Er liebt seinen Herzschlag-Kuschelhund.
Sobald ich das Herzschlag-Modul aktiviere, kuschelt er sich an den Stoffhund und ist binnen Sekunden eingeschlafen.

12. Woche


In Woche 12 vertiefen wir vieles aus der 11. Woche:

  • an der Leine laufen
  • Stehen auf dem Podest
  • Die Kiste als Vorbereitung zum Target
  • der Beginn von "Rechts" und "Links" über das Drehen an der Hand
  • Das runde Kissen für Balanceübungen und dem Beginn vom "Elefantentrick", der die Vorstufe später zur Fußarbeit bildet.

Der Mini Aussie Zwerg hat die letzten zwei Wochen schon viel gelernt.
Er ist schon fast zum Profi beim Autofahren geworden und fährt mittlerweile auch schon allein hinten in der Box mit.
Wir haben das Seminar bei uns genutzt, um nochmal ausgiebig fremde Menschen und Hunde kennenzulernen.
Ducky hat keinerlei Berührungsängste, auch mit schon wirklich großen Hunden. Beim Selbstbewusstsein hat er auf jeden Fall zweimal "hier" gerufen.

13. Woche

 

Ducky ist richtig angekommen. Mittendrin statt nur dabei ist sein Motto.

Schon jetzt zeigt sich in Ansätzen, dass er ein ehr dominanter Rüde ( wie fast alle Jungs aus seiner Linie..) werden wird.
Er braucht daher von Anfang an Grenzen und eine klare Kommunikation von "erlaubt" und "verboten" und ein sehr gutes Sozialverhalten mit Rüden und Hündinnen.
hier ist es natürlich einfach, weil er von klein auf mit beiden Geschlechtern zusammen lebt, die auf gutes Verhalten viel Wert legen und bei der Erziehung des kleinen Wilden helfen.

Durch seinen hohen Spieltrieb "hängt" er gerne in allen Kleidungsstücken, Hosenbeinen, Ärmeln und Jacken. 
Er lernt nun durch Korrektur,  dass Zergel-Spiele nur mit seinem Spielzeug erlaubt sind, nicht aber mit Kleidung oder Händen.
Korrekturen, die er im übrigen auch regelmäßig von den anderen erwachsenen Hunden bekommt, die sein "Terroristen-Potential" ebenfalls erkennen, nimmt er sportlich. Er ist nicht leicht zu beeindrucken.
Nachts schläft er von 23h bis 7h durch und ist auch am Tag zunehmend verlässlich stubenrein.
Er läuft gut an der Leine und wir beziehen immer neue Situationen in die kurzen (20-30min) Spaziergänge ein. Er lernt den Straßenverkehr, LKW´s und auch den Bahnhof mit den Zügen kennen.
Angst vor Menschen und Hunden hat er nicht, legt aber auch keinen großen Wert auf direkte Kontaktaufnahme, für einen kleinen Aussie völlig in Ordnung.

14. Woche


Aussies lieben es in der Regel nicht sonderlich, gebürstet zu werden. Daher gehört es jetzt zu den regelmäßigen Übungen, auch das Bürsten mit der Bürste auszuhalten. Kleine Einheiten reichen für den Anfang.
Dazu kommt demnächst das Fönen und Krallenschneiden. Auch wenn es jetzt noch nicht wirklich wichtig ist, da er nur wenig Fell hat, und sich die Krallen schnell kurz laufen - irgendwann später wird es ein wichtiges Thema werden.

Neu dazu gekommen ist diese Woche das Foto-Target mit Hörzeichen "Foto"
Da es später viele schöne Fotos geben soll, lernt er auf dem Target stehen zu bleiben und süß zu schauen.
Seine Hörzeichen-Liste:

  • "Yes" - er darf das Belohnungsfutter aus der Hand nehmen
  • "Get-It" - er darf in das Spielzeug beißen und zergeln.
  • "Sitz" - Sitzen
  • "Platz" - Hinlegen
  • "Warte" - dort bleiben und verharren
  • "Ok" - Auflösung der Übung
  • *Tap-Tap* - sich eng rechtsrum drehen
  • "Ducky" - sofort kommen und sich einen Keks abholen
  • "Foto" - auf dem Bodentarget stehen und süß schauen

15. Woche

Wichtig sind nun viele Spaziergänge, mit und ohne Begleitung.
LKW´s und schnelle Autos sind immer noch etwas gruselig. 
Wir vertiefen alle Hörzeichen. Neu dazu gekommen sind:

  • "Decke" -  auf die Decke gehen und dort bleiben
  • "Stick" - den Targetstick berühren und sich später von ihm führen lassen

Ducky wird nun immer selbständiger und der Aufbau eines guten Rückrufs wird demnächst im Focus stehen.

Dazu weiter regelmäßiges Training von Bürste und Co. Der Krallenschleifer wird nach anfänglichem Protest nun gut akzeptiert. Und auch der Fön - sein Endgegner - führt langsam nicht mehr zu Panikattacken. Toll findet er es noch nicht, aber er kann es nun ein paar Minuten aushalten.

Im Alltag mit den anderen Hunden zeigt er mehr und mehr, dass er dazu neigen wird, ehr "bossy" zu sein. Bisher regulieren ihn die Erwachsenen gut und weisen ihn in die Grenzen. Aber auch dies wird vermutlich demnächst ein Thema werden.

 

Da er unsere Schafe sehr spannend findet, dürfte er zu einer ersten ganz kleinen Einheit mal mit zu den drei Fellkugeln. Er war interessiert, aber natürlich noch sehr unsicher, wie er sich verhalten soll. 
Dazu kommen immer wieder Balance-Übungen, die ihm Sicherheit, ein gutes Körpergefühl und Selbstbewusstsein vermitteln.

Mit ihm zu arbeiten macht sehr viel Spass, da er mit voller Begeisterung dabei ist und extrem schnell lernt.
Um so wichtiger ist ein sauberer Aufbau, denn er soll die Übungen nicht schnell, sondern vor allem korrekt ausführen - das fällt ihm schwer, "schnell" findet er viel besser.

 

16. Woche

 

Mit 4 Monaten und dem beginnenden Ende der Welpenzeit rücken neue Aufgaben in der Vordergrund.

  • Baustelle 1 : Geduld ( absolut nicht seine Stärke, er steigt gerne aus, sobald die Keksfrequenz sinkt, und es langweilig wird

    Lösung: wir arbeiten viel an dem Kommando "Foto" und "Decke" mit dem Ziel, das er lernt sich mehr und mehr zurück zu nehmen und dort zu warten, obwohl er gerne weg möchte.

  • Baustelle 2: Unsicherheit durch Anbellen lösen : dies ist die Vorstufe zum Leinenpöbeln. Menschen und Hunde, die schnell auftauchen und die er nicht einschätzen kann, versucht er durch bellen auf Abstand zu halten. 
    Er soll lernen den Focus bei mir zu halten, sich zu orientieren und zu wissen, dass er absolut Safe ist.
    Lösung: im ersten Moment einer Begegnung friert er ein und bleibt stehen. Je nach Situation und möglichem Abstand hocke ich mich mit genügend Abstand hin und nehme ihn nah an mich ran ( meist steht er dann zwischen meinen Füßen), oder falls ausreichend Abstand nicht möglich ist, nehme ich ihn auf den Arm.
    Ziel ist es, er mal nur positive Begegnungen zu schaffen und ihm zu vermitteln, dass Bellen nicht sein Problem löst, wohl aber, bei mir Sicherheit und Schutz zu suchen.
    Ich belohne auch ohne Hundebegegnungen jede Kontaktaufnahme mit mir, wenn er zB anhält und mich anschaut.

  • Baustelle 3 : Rückruf
    Die Beine werden länger, der Unternehmungsgeist größer - und die Distanz auch.
    Ich übe bei jeder Gelegenheit draußen den Rückruf, da er ja, außer bei den Spaziergängen an der Straße, überall ohne Leine läuft. Ich rufe ihn so oft wie möglich mit seinem Namen zu mir, belohne ihn mit einem Stück Wurst ( die findet er mega lecker) und erzeuge so viele positive Verknüpfungen mit dem Rückruf. Oft rufe ich ihn im Minutentakt - einfach, damit er seinen Namen lernt und weiss, es gibt (fast) immer eine Wurst dafür.

Ansonsten ist er fast stubenrein, hält tagsüber 2-3h im Haus aus und schläft ca 8-9h problemlos durch.
In für ihn gewohnten und überschaubaren Situationen, wie der Alltagsgruppe in unserer Halle mit diversen Hunden, hat er keinerlei Probleme mit Menschen oder Hunden.
Nur wenn sie frontal und unerwartet auftauchen ist er verunsichert.

17. Woche

Die 17. Woche beginnt mit einer Auszeit.
Angel, die 7 kg mehr wiegt, hat Ducky mehrfach mit Bodycheck einfach aus Übermut im Spiel überrannt - und nun schont er sein linkes Hinterbein etwas.
Der Tierarzt hat 10 Tage Ruhe ohne Spielen, Toben, Rennen verordnet.

Zeit, um Dinge zu üben, die wir jetzt eh brauchen....

  • Ganz allein bleiben
    Bisher musste Ducky nie ohne die anderen Hunde allein bleiben. Nun hat er Wohnzimmer Arrest, und der Rest der Truppe bleibt in Flur und Küche.
    Nach anfänglichem Meckern hat er schnell gelernt, dass ich immer wieder zurück komme.
    Auch längere Zeiten klappen gut und er bleibt mittlerweile entspannt.

  • An der offenen Tür stehen und warten, bis das Freigabe Hörzeichen "Ok" kommt.
    Da er nun allein ist, bietet sich dieses Training an. Wir gehen mehrfach am Tag zum Pipi vor die Tür und mittlerweile wartet er vor jeder Tür, bis ich sie geöffnet habe, durchgegangen bin und sie für ihn mit "ok" freigebe.

  • Deckentraining
    Mit dem Hörzeichen "Decke" sucht er selbständig seine Decke und legt sich darauf ab.
    Auch das klappt schon sehr gut

  • An das Geräusch vom Treat&Train hat er sich gut gewöhnt und findet es nicht mehr gruselig.
    Jetzt kommt der Aufbau mit dem Target dazu.

  • Ich habe einen Fehler gemacht: mein Zonen-Target hat einen sehr lauten Piep-Ton. Sehr nützlich in der großen Halle, aber jetzt hat es Ducky erschreckt und er geht sehr stark ins Meiden.
    Sobald ich es hole verschwindet er in einer Ecke und will deutlich nichts damit zu tun haben.
    Nun hat der Piepser eine dicke Verpackung bekommen und piepst nur noch leise.
    Durch klassische positive Konditionierung (Piep & Wurst) verbindet er langsam das Geräusch mit leckerer Wurst. Nach einigen Tagen kann ich ihn wieder neben den Target füttern und nach zwei weiteren läuft er darüber, auch wenn es piepst.
    Bis er allerdings ganz sicher ist, wird es noch eine Weile dauern.

  • Ein bißchen Spass muss sein, und so übt Ducky zwischen drin Skateboard fahren. Das macht mutig und fördert die Balance.

  • Für den Aufbau des späteren Hörzeichens "Fuß" und das Laufen links am Bein übe ich mit ihm die Position an dem Gitter. Das gibt ihm Begrenzung und hilft ihm, die Position zu verstehen.

 

Exkurs: Leine, Leinenführigkeit und Hundebegegnungen

Dies sind in den ersten Wochen des Zusammenlebens die schwierigsten Dinge mit dem größten Fehlerpotential für die Zukunft, denn hier schleichen sich oft Dinge ein, die später sehr schwer zu korrigieren sind.

  1. Leine am Geschirr oder Halsband?
    Ich nehme ganz am Anfang ein Geschirr, weil es in der Lernphase den Hund nicht so am Hals verletzen kann wie ein Halsband.
    Da jedoch viele Aussies die Geschirre nicht wirklich gern mögen und sich eingeengt fühlen, wechsele ich auf ein Halsband, sobald sie gut an lockerer Leine laufen.

  2. Leinenführigkeit
    Leinenführigkeit, grade an einem Geschirr, dass eigentlich ja zum Ziehen gemacht ist und daher auch ein bißchen dazu animiert, ist für einen Welpen nicht selbsterklärend.
    Da wir ein großes Grundstück haben, habe ich den Luxus, die Hunde zu Hause überwiegend frei laufen lassen zu können. Daher besteht keine Notwendigkeit für Pipi und Häufchen an der Leine.
    Ich nutze am Anfang die Leine nur und ausschließlich zum Trainieren - um eine gute Leinenführigkeit zu erreichen.
    Daher wissen meine Hunde: Leine dran bedeutet, wir bewegen uns gemeinsam und "mit Kultur", ich nutze dafür die Straßen und Wege.
    In dieser Phase der ersten Wochen des Trainings ist meine Konzentration beim Spazierengehen 100% beim Hund. Ich bleibe in ständiger Kommunikation und nutze ein "äh äh" für Dinge, die der Hund nicht tun soll, wie stehenbleiben und schnüffeln, oder Druck auf die Leine aufbauen.
    Ich lobe sofort mit "Gut" und ab und an mit Keks jede gute Reaktion und sobald die Leine durchhängt während der Hund neben mir läuft.
    Welpen neigen dazu, den Menschen ständig umkreisen zu wollen. Dies blocke ich relativ schnell durch Körpersprache ab und erlaube nur den Wechsel hinter mir.
    Anfangs ist es mir egal ob ein Hund lieber rechts oder links läuft. Später möchte ich sie gern rechts auf der verkehrsabgewandten Seite haben, dies macht meist auch Hundebegegnungen einfacher, da Menschen gerne links an links aneinander vorbei gehen, und ich den Hund dann außen habe.

    Die linke Seite hebe ich mir für das "Fuß" auf. Hier soll der Hund später exakt und aufmerksam neben mir laufen. Auf meiner rechten Seite habe ich das "Bei mir", was bedeutet, das der Hund nah an mir dran bleiben soll, dabei aber keine bestimmte Position wie beim "Fuß" einnehmen muss.

    Ohne Leine gibt es später noch das Hörzeichen "hinter": dabei soll der Hund hinter mir bleiben und darf nicht überholen. Ob er dabei rechts, links oder direkt hinter mir läuft, ist mir dann aber egal.

  3. Hundebegegnungen
    Welpen und Junghunde reagieren oft unsicher auf direkte frontale Begegnungen, die in der Hundewelt als außerordentlich unhöflich und ehr aggressiv gelten, grade wenn wenig Platz ist.

    Höfliche Hunde nähren sich immer seitlich im Bogen an, umrunden sich, um dann am Poppes des Gegenübers zu schnuppern.
    Junge Hunde sind oft überfordert von der Vielzahl an Anforderungen:
    - eine Umgebung außerhalb des sicheren und bekannten Zuhauses
    - viele Geräusche und Gerüche, die schwer einzuordnen sind
    - Menschen und Hunde, die auftauchen, vorbei laufen und wieder verschwinden.

    Was ich mache:
    Ich übe Hundebegegnungen ( am liebsten mit mir bekannten Hunden, die sich gut benehmen) zunächst an sicheren und bekannten Orten.
    Später im Feld oder auf Wegen mit wenigen Menschen und Hunden, wo ich genügend Platz zum Ausweichen habe.
    Dabei zwinge ich den Welpen niemals in eine Begegnung, sondern achte auf "Wohlfühl-Distanz", auch wenn ich dabei ins Feld ausweichen muss. Im Gegenzug unterbinde ich fixieren oder anbellen, in dem ich die Aufmerksamkeit auf mich ziehe.
    Dafür übe ich bereits zuhause das Hörzeichen "Schau", bei welchem mich der Hund anschauen und mit mir Kontakt aufnehmen soll. Ich bleibe in der Regel stehen, da der Hund leichter zu mir Kontakt aufnehmen kann, wenn er nicht noch durch die Vorwärtsbewegung zusätzlich gefordert wird.
    Ich übe diese Begegnungen immer in dem Lerntempo, dass der Hund vorgibt. Manche lernen sehr schnell, andere Hunde zu ignorieren, manche brauchen lange, um sich in dieser Situation sicher zu fühlen.
    Kann ich eine Situation nicht einschätzen, nehme ich einen jungen Hund oder Welpen auf den Arm, um ihm Sicherheit zu geben, und in jedem Fall vor "Tut-Nix-en" zu schützen.

    Kommt es zu negativen Erfahrungen / Begegnungen, und diese bleiben einfach nicht aus: dann so schnell wie möglich zurück ins Training und mit der Wohlfühl-Distanz erneut beginnen, bis die Sicherheit wieder da ist