Die Sache mit der Farbe..

Wenn es zum ersten Kontakt zwischen uns als Züchtern und den neuen Interessenten kommt, egal ob am Telefon oder per Mail, steht häufig eine Frage im Vordergrund:
"Wir suchen eine/n bluemerle Hündin/Rüden am liebsten mit blauen Augen"
Der Faszination der merlefarbenen blueeyed Hunde kann sich  wohl kaum jemand entziehen und oft sind sie der Grund warum der künftige Welpenkäufer überhaupt auf diese Rasse 

aufmerksam wurde.
In Büchern über die Rasse finden sich farbenfrohe Bilder von bildschönen Merles in allen Variationen. Und auch in der Öffentlichkeit kann man sich aller Blicke und vieler Fragen zu der Schönheit an der Leine gewiss sein.
Steht ein solcher Welpe nicht mehr zum Verkauf, sondern nur noch seine schwarzen oder roten Geschwister, dann wird oft nicht einmal mehr ein Besuch geplant, sondern lieber auf einen späteren Wurf mit passender Farbe gewartet oder so lange gesucht, bis man irgendwo einen Welpen passender Farbe findet.
"Wenn man schon soviel Geld für einen Welpen ausgibt, dann soll er schließlich auch die richtige Farbe haben" ( Orginalzitat eines Welpeninteressenten)

 

Natürlich spricht an sich nichts gegen den Wunsch nach einer bestimmten Farbe, dennoch sollte man immer im Blick behalten, dass man am Ende nicht (nur) mit der Farbe des Hundes die nächsten  15 Jahre zusammen lebt, sondern vor allem mit dessen Charakter.

Doch zunächst sei einmal ein Blick auf die Farbvererbung beim Mini American erlaubt:

 

 

Schon beim Blick auf das Bild zeigt sich, dass bei der Entstehung der Farbe "merle", immer ein merlefarbener Elternteil beteiligt sein muss, aus zwei solidfarbenen Hunden kann kein Merle entstehen. In einem Wurf entstehen so neben 50% Merles in der Regel eben auch 50 % schwarze und/oder rote Welpen.
Dies führt dazu, dass viele Züchter reine solid Anpaarungen mit schwarz oder rot vermeiden, obwohl sie züchterisch uU sinnvoll wären - einfach weil es sehr viel weniger Interessenten für Schwarz und Rot als für Merle gibt.
Ein Problem übrigens, was Züchter von Rassen, die es nur in einer Farbe gibt, wie zB dem Berner Sennenhund, gar nicht gibt.

 

Die Anpaarung von zwei merlefarbenen Hunden zur Geburt von sog Double-Merles führt, die mit hoher Wahrscheinlichkeit blind und taub sind, ist diese Anpaarung durch das das Tierschutzgesetz sinnvollerweise verboten, auch wenn hier sehr viel mehr Merles zur Welt kommen würden.

 

Ist nun der rote oder schwarze Welpe, nur weil er eben keine "Merle" ist, weniger wert?
Manche Züchter sind dazu übergegangen, die merlefarbenen Welpen deutlich teuer zu verkaufen als die solidfarbenen, um aus der Suche nach dem "Traum-Bluemerle" den entsprechenden Profit zu ziehen.

 

Für uns haben die Welpen egal welcher Farbe die gleiche Wertigkeit, weil sich unsere Einschätzung der Qualität eines Welpen eben nicht an dessen Farbe, sondern an Typ, Gebäude, Wesen, Charakter und Leistungsfähigkeit orientieren.

 

Ebenso wie die Fellfarbe führt auch die Augenfarbe immer wieder zu Diskussionen. Natürlich möchte der Interessent so schnell wie möglich wissen, welche Augenfarbe sein Favorit bekommt.
Manchmal muss es unbedingt blau sein, manchmal darf es auf keinen Fall blau sein, und "bunte" gemarbelte Augen stehen in der Gunst der Käufer ehr hinten an.
Doch anders als bei der Fellfarbe kann auch der geübte Züchter mit 4 Wochen nur raten, welche Augenfarbe es wird, und grade bei roten und redmerle Welpen hat sich schon manch einer getäuscht. Erst mit 7-8 Wochen ist wirklich klar, wo die Reise farbtechnisch hingeht.

 

Doch wir als Züchter würden uns freuen, wenn Gesundheit, Typ und Charakter im Vordergrund stehen würden, und der Interessent bei einem Besuch auch dem Welpen, der nicht die Wunschfarbe hat, eine Chance auf ein Kennenlernen gibt - dann wer weiß, vielleicht ist gerade dieser farblich unscheinbare Welpe der, der zum wahren Herzenshund und geliebten Begleiter wird ???

 

Ein guter Hund hat keine Farbe.......