Hunde und Pferde haben schon immer mein Leben bestimmt.

Daher ist es auch kaum verwunderlich, dass diese beiden Leidenschaften auch meinen Sohn Robin infiziert haben. Eine Zeit ohne Hunde hat es weder in seinem, noch in meinem Leben gegeben. Die ersten Hunde waren Mischlinge, die aus dem Tierheim zu uns kamen.

 

Als ich 6 Jahre alt war, brachten meine Eltern einen kleinen schwarzen Mischlingsrüden mit nach Hause. "Krümel" wurde zu meinem steten Schatten und Begleiter, doch unser Glück dauerte nicht lange. Nach nur 6 Monaten bekam er Staupe und starb kurze Zeit später. Noch heute denke ich oft an meinen kleinen Freund zurück....

Die kleine Foxterrier-Mix Hündin "Bunny" war die nächste, die meine Kindheit begleitete. Später kam die Schäferhund-Dobermann Hündin "Kim" meiner Schwester hinzu. Nachdem ich meine eigene kleine Wohnung hatte, und "Bunny" bei meinen Eltern blieb, zog die spanische Mischlingshündin "Dusty" ein, die der spanische Tierschutz aus der Tötungsanstalt gerettet hat. Sie wurde auch zum ersten Hund in Leben meines Sohnes Robin, der sozusagen im Körbchen von Dusty aufwuchs.

 

Da Dusty doch oft auf dem Hof bleiben musste, wenn ich in meinem Job als Rechtsanwältin zu Gerichtsverhandlungen fahren mußte, suchte ich nach einem Kameraden für sie und fand ihn in einem black-bi Bordercollie-Mix Welpen, "Magic", der später auch zur Namensgebung der Miniature American Shepherd Zucht "My Magic" beitrug.

 

Leider wurde Dusty nicht sehr alt, denn sie kam bereits mit leichter Ellenbogenarthrose im Alter von 6 Monaten nach Deutschland - die schlechten Lebensbedingungen eines Straßenhundes in Spanien forderte ihren Tribut.

Mit 4 Jahren lahmte sie beidseits und weder Medikamente, noch Akkupunktur oder Goldimplantate verschafften ihr Linderung. Mit nur 6 Jahren und viel zu jung mußte ich sie gehen lassen.

Da Magic nun allein war, suchte ich wieder einen Spielkameraden für ihn und fand auf einer Internet-Seite über Straßenhunde einen jungen Rüden, der mich sofort an Dusty erinnerte. Ein paar Wochen später zog der junge Kangal-Mix Rüde "Adjeeb-Shah" bei uns ein. Er war Wächter über Haus und Hof und nahm seinen Job stets gewissenhaft war. Als durch unseren Ponyclub immer mehr Kinder nachmittags auf den Hof kamen, musste ich allerdings für Adjeeb eine Lösung finden, da er Fremde nicht auf dem Hof duldete. So mußte er nachmittags stets in den großen Außenzwinger mit Auslauf umziehen, um Kinder und Hund zu trennen.

 

Mein Sohn hatte mit unserem Magic angefangen, am Agility-Training des Hundesportvereins teilzunehmen, als sich nach und nach rausstellte, dass auch Magic begann, eine Ellenbogen-Arthrose zu entwickeln. Daher dürfte er natürlich nicht mehr durch Springen belastet werden.

 

Da Robin aber viel Spaß am Hundesport hatte, lag es nah, nach einem Hund zu suchen, den er selbst ausbilden und später im Agility starten konnte. Es sollte ein kleiner Hund sein, max 45 cm und gut für ein Kind zu handhaben. Durch Adjeeb und seinen "Kangal-Dickkopf" und Eigensinn vorbelastet, sollte der neue Hund auf jeden Fall leicht zu trainieren sein und auch viel Kooperationswillen mitbringen.

Außerdem dürfte es kein Jagdhund sein, da ich die Hunde regelmäßig mit zum Reiten rausnahm und einen Hund mit Jagdtrieb nicht brauchen konnte.

Nach dem Studium der verschiedenen in Frage kommenden Rassen stießen Robin und ich ehr durch Zufall auf den "Miniature American Shepherd" (dasmals noch Mini Aussie) - die Rassebeschreibung hörte sich genau nach dem an, was wir suchten. Nach einem Telefonat mit einer Züchterin für Miniature American Shepherds in der Nähe, die gerade einen Wurf hatte, machten wir einen Termin aus, um die Mini Aussies persönlich kennen zu lernen. Und da war sie : unsere kleine Belisha, gerade 4 Wochen alt. Und schnell war klar : Belisha zieht zu uns!! Danke, liebe Doreen, das Du uns diesen süßen Schatz überlassen hast !!

 

Genauso intensiv wie die Hunde, haben auch die Pferde mein Leben begleitet. Von meinem ersten Pferd "Rebell", dass ich mit 14 Jahren bekam,über "Danny" bis zu "Eddy", "Socks", "Speedy" und nun "Rani", die heute im Stall stehen.

 

"Rebell" lehrte mich viel darüber, was man erreichen kann, wenn man es nur wirklich will. Er war Schulpferd in dem Reitverein, in dem ich Reitstunden bekam und mein Liebling. Mit 7 Jahren erkrankte er an periodischer Augenentzündung und erblindete nahezu vollkommen.

Daher sollte er zum Schlachter, was damals bedeutete, dass er auf einen Schlachtpferdetransport nach Italien gehen sollte. Mit Hilfe meiner Eltern kauften wir ihn frei und er dürfte noch 5 Jahre bei mir verbringen, bis ich ihn aufgrund einer nichtbehandelbaren Lahmheit gehen lassen mußte.

Trotz der Blindheit war er ein tolles Reitpferd, dass auch im Trab und Galopp im Gelände lief und mir vollkommen vertraute.

 

 Seinen Nachfolger "Danny" (Rebel´s Red Wind Dancer) kaufte ich, um mir den Wunsch nach einem Dressurpferd zu erfüllen, da mein "Rebell" als altes Schulpferd leider nicht viel Talent dazu mitgebracht hatte. Doch während seiner Ausbildung stellte sich heraus, dass Danny zwar tolle Anlagen für den Dressursport hatte, ihm aber die konzentrierte Arbeit im Viereck aber überhaupt keine Freude machte.

Er bockte regelmäßig, stieg oder ging einfach durch - ich habe ziemlich oft mit dem Boden Bekanntschaft gemacht :-)))

Es mußte eine Lösung her, und so fing ich an, ihn viel und weit im Gelände zu reiten, um ihn auszulasten. Über eine Freundin kam ich zum ersten Distanzritt.

Danny und ich hatte viel Spaß, er lief sehr erfolgreich und so fanden wir einen Sport, der uns beiden gleichermaßen Freude machte.

 

Trotz seines "Gardemaßes" von 1.68m, und damit eigentlich für ein Distanzpferd im internationalen Sport viel zu groß, qualifizierte er sich für das deutsche Kader und nahm mit mir 1994 an den Weltreiterspielen in Den Haag für die deutsche Mannschaft teil. Mit einem 42. Platz von über 120 gestarteten Teams konnten wir den 160 km Ritt in der Wertung beenden. Vier weitere Jahre waren wir als Reserve für Welt- und Europameisterschaften nominiert.

1999 verletzte er sich bei einem Sturz auf der Weide so schwer, dass wir ihn leider nicht mehr retten konnten.

 Sein Nachfolger " Eddy" zog 1994 in unseren Stall ein, als absehbar war, das Danny aufgrund seines Alter bald nicht mehr an großen Wettkämpfen würde teilnehmen können.

Eigentlich sollte der Nachfolger ein Araber oder Vollblüter sein, doch als ich Eddy´s ein Jahr älteren Bruder, den meine Feundin gekauft hatte sah, wußte ich : so ein Pferd möchte ich auch haben. Die Stute war vom gleichen Hengst gedeckt worden, und in ein paar Wochen wurde der Nachwuchs erwartet.

Als es so weit war, fuhr ich hin und verliebte mich spontan in den kleinen Kerl - ich habe es bis heute nicht bereut.

 

Er lief auf Distanzritten über 5000 km in der Wertung, davon über 3000 km in internationalen Wettbewerben weltweit, startete mit mir in Abu Dhabi, Frankreich, Spanien, Portugal, Schweden, Norwegen, Italien und vielen anderen Ländern. In 16 Hundertmeiler-Rennen ging er an Start, 14 davon konnten wir in der Wertung beenden, davon eine WM und zwei EM´s.
Nicht nur mit mir war er erfolgrich - 2005 nahm er für das Team aus Namibia an den Weltreiterspielen in Aachen teil und konnte als 27. und bestes deutsches Pferd das Rennen mit Udo von Schaurodt im Sattel beenden.

Heute genießt Eddy seinen aktiven Ruhestand auf großen Weiden und hat Robin über die ersten kurzen und mittleren Distanzen getragen.

Durch seinen Gehwillen, gepaart mit großer Zuverlässigkeit und Sicherheit war er der ideale Partner für ihn - und die beiden hatten mächtig viel Spaß.

Doch mittlerweile hat Robin das Reiten aufgeben und seine volle Begeisterung gilt dem Agility und seinen 5 Hunden, den Mini Americans Belisha, Wishes, Twister, Nullpunkt und Border Collie Sweep.

Mittlerweile stehen das spanische Tierschutzfohlen "Sindile", der im Altern von nur 3 Monaten in Spanien ausgesetzt worden ist und der kleine Shagya-Araber Hengst "Baloo du Cavallon) in den Startlöchern als Endurance-Nachwuchs.

"Socks" läuft mittlerweile erfolgreich in Quatar Langstreckenrennen.

Robin ist mein steter Begleiter und weltallerbester Trosser auf den Distanzritten und immer mit dabei.

Mit Wishes und Twister hat Robin nun bereits mehrfach für das deutsche Team an der Jugendeuropameisterschaft im Agility teilgenommen, ebenso wie an der Bundessiegerprüfung und der VDH DM.

2015 schaffte es Wishes in einem Alter von 8 Jahren sich für die WM&EO Qualifikationsläufe zu qualifizieren. Auch 2016 sind sie wieder qualifiziert.

Ebenso nahmen Robin & Wishes an den Finalläufen des Kennel Clubs UK auf den CRUFTS 2015 in England teil. Ein weiterer Höhepunkt war die World Agility Open 2015, an der Robin und Twister teilnahmen, und für die World Agility Open 2016 waren Robin & Wishes mit im Team.
2016 wurden Robin & Wishes Deutsche Jugendmeister Agility VDH und konnte sich ebenfalls für die Teilnahme an der WAO 2017 in den Niederlanden fürs deutsche Team qualifizieren. Dort konnten sie die Bonus Speedstakes für sich entscheiden und eine tolle Schleife mit nach Hause bringen.

Wishes Enkeltochter "Nullpunkt" startet nun als Nachfolgerin für Wishes mit Robin in der A2 und überzeug durch tollen Charakter, viel Speed und hohe Führigkeit.

Neben meiner Ausbildung als Juristin für den täglichen Broterwerb für Mensch und Tiere habe ich mich auch sportlich in der Ausbildungen von Hunden und Pferden weitergebildet.

Ich bin mittlerweile Trainer C und Trainer B mit Schwerpunkt Distanzreiten, Prüfer im Distanzsport,internationaler FEI Richter* und ** im Bereich Endurance, sowie Mentor und Prüfer für Traineranwärter im Distanzsport und Mitglied des Ehrenrates des VDD.

Im Hundesport habe ich die DVG Lizenz als Trainer für Agility. Mittlerweile haben ich viele unserer Hunde selbst ausgebildet und bis zur Leistungsklasse A3 im Agility geführt.

Da ich mich immer schon für die "Arbeiter" begeistern konnte und meine Mini´s einen hohen Anteil an Arbeitslinie führen, war es wohl unausweichlich, dass ich anfing, mich für die Hütearbeit zu interessieren. Nun gehört uns eine kleine Schafherde mit Schnukken und Quessantschafen und unsere Hunde werden auch im Hüten ausgebildet. Geplant ist nun auch der Einzug einer Laufentengruppe.

 

Da es in Deutschland keinen Zuchtverband für die Miniature American Shepherds gab, gründeten wir 2013 den Verein MASCE eV (Miniature American Shepherd Club Europe) um die Zucht dieser tollen Hunde zu unterstützen und zu fördern.

Ich bin seit 2013  als 1. Vorsitzende für den Club tätig und mittlerweile auch Zuchtwartin und Zuchtclub-Richter für die Rasse des Miniature American Shepherd.